Elektronisches Rauchen Forum

Normale Version: Rauchverbot und Denunziantentum
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Hier ein interessanter Artikel aus Salzburg:

"So fördert der Staat das Denunziantentum", Salzburger Nachrichten, 25.07.2010
wenn es wirklich so abläuft, stellt das eine interessante situation her, weil es die interventionen auf die situationen reduziert, die jemanden genügend stören, dass er aktiv wird.

sollten die manischen raucherhasser nach einer weile überschießender anzeigewut müde werden, überall auf raucherjagd hinzugehen, wo sie normalerweise keinen fuß hineinsetzen würden, lassen die anzeigen automatisch nach.
dort, wo sich nichtraucher tatsächlich durch rauch belästigt fühlen, können sie weiterhin die behörden in anspruch nehmen.

das könnte als regulativ zur veröffentlichten aktivistenmeinung wirken und den tatsächlichen bedarf an nichtraucherschutz besser wiederspiegeln als z.b. die volksbefragung in bayern.
Vor ein paar Wochen in der Koelner U-Bahn Linie 12, die gerade an der Haltestelle Florastrasse stand :

Ein aelterer Fahrgast klopft an die Fahrerkabine, der Fahrer oeffnet und fragt, wie er helfen kann. Die Antwort war kurz : "Da drueben raucht einer"

Ich habe mich umgesehen ... der Raucher stand auf dem gegenueberliegenden Bahnsteig! Ich finde es ebenfalls ziemlich idiotisch, in den unterirdischen Stationen zu rauchen, trotzdem wuerde ich auf die Idee, einen Raucher zu melden, nie kommen.

Wenn hier jemand ein Kopfgeld auf die Dingfestmachung von kriminellen Rauchern ausgesetzt wuerde, wuerden sich mit absoluter Sicherheit genuegend Spitzel finden.
Gestern oder Vorgestern einen Bericht gesehen wo ein Stadtbekannter Parksünder-Anzeiger vor Gericht stand weil er zu schnell gefahren ist und den Strafzettel nicht bezahlen wollte.

Er hatte sehr viele angezeigt und Listen an die Polizei gefaxt. Unter anderem einen Rettungshubschrauber im Rettungseinsatz wegen falsch parken. Holla die Waldfee, sag ich nur. Davon gibt es genug Leute, leider.
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Rauchen an Bahnsteigen ist erlaubt! Gebühr: 15€
Und wenn Sie kassieren kommen ein lockeres: "Das wars mir wert!"
Ist mir beim Dampfen passiert. Damals war das Dampfen noch neu für mich und ich fand es toll, so etwas zu machen:

Nachts im Doppeldecker, wir saßen oben, ich habe mit der DSE601 gedampft. Plötzlich hielt der Bus, der Fahrer kam hoch: "Es hat Sie jemand denunziert, hier zu rauchen!" "Stimmt nicht, ich dampfe, hier brennt nichts!" "Ich rieche auch nichts, okay weiter machen!" Dann fuhr der Bus weiter. Big Grin

Jetzt, wo die Raucher so stigmatisiert werden, macht es wieder Spaß!
ansisys schrieb:... der Fahrer kam hoch: "Es hat Sie jemand denunziert, hier zu rauchen!" ...

Die Formulierung zeigt aber auch, was der Fahrer selbst von dem anderen Fahrgast hielt :-)
Wir hetzen mal wieder eine Runde

Nichtraucher gegen Raucher
Erwerbstätige gegen Rentner
Wenig verdienende gegen Gutverdienende
Vegetarier gegen Fleischesser
Autofahrer gegen Radfahrer
Dünne gegen Dicke
Wessies gegen Ossis
Ossis gegen Wessies
Nord gegen Süd
Süd gegen Nord
Deutsche gegen Ausländer
Ausländer gegen Deutsche

und bemerken dabei garnicht, dass mindestens eine Eigenschaft auch immer auf uns selbst zutrifft. Irgendwie scheint das Wort Toleranz in unserer Gesellschaft verloren zu gehen - eigentlich Schade.
raidy schrieb:Irgendwie scheint das Wort Toleranz in unserer Gesellschaft verloren zu gehen - eigentlich Schade.

Ich bin tolerant - solange niemand anders ist als ich!

ist leider sehr häufig anzutreffen.
Heute, 14 Uhr, Ö1, "Von Tag zu Tag":
Zitat:"Über den Krieg gegen die Raucher". Gast: Walter Wippersberg. Moderation: Stella Damm. Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79
Im Mai dieses Jahres schrieb der Schriftsteller Walter Wippersberg für die Tageszeitung "Die Presse" einen Kommentar über die puritanisch-rigiden Aspekte der öffentlichen Diskussion rund um Rauchverbote in Lokalen. Und trat damit eine Lawine von Internet-Postings und Leserbriefen los, deren Heftigkeit und Aggressivität ihn doch bestürzt hat, auch wenn er dadurch seine Thesen zum Teil bestätigt sah - dass es teils mehr um die Lust am Verbieten gehe, als um den Schutz der Nichtraucher, zum Beispiel, oder dass der Kampf gegen die Raucher religiöse Züge annehme.
Aus: http://oe1.orf.at/programm/246988

Und hier der inkriminierte Kommentar: http://diepresse.com/home/spectrum/zeich...9/index.do

In der Tat fast beängstigend, mit welcher Wucht da gegeneinander vorgegangen wird. Mir scheint, nicht nur Toleranz, sondern auch die Fähigkeit zur einigermaßen sachlichen oder zumindest fairen Auseinandersetzung geht da verloren.

Livia

Edith sagt: Gibt's auch im Internetz als Stream: oe1.orf.at
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