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Normale Version: Polyethylenglykol PEG
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Ich habe jetzt mal bei Chemical Abstracts Online (SciFinder) gesucht. Man findet dort auch Anwendungen von PEG in der Inhalation, nicht nur in Salben, Zäpfchen und Darmspülungen. PEG als Träger bzw. Lösungsmittel in Inhalations-Formulierungen ist also nichts grundsätzlich neues. Ausgesprochen schädlich kann es daher nicht sein, das wäre bereits aufgefallen.

Zu beachten ist das mittlere Molekulargewicht. Je geringer dieses ist, desto eher wird PEG aufgenommen. PEG 400 ist vergleichsweise leicht. Dieser Satz in der Wikipedia ist zwar beruhigend...

Zitat:PEG wird in mehreren Bereichen der Gastroenterologie angewendet. Die Substanz wird unter anderem zur Reinigung des Darmes vor einer Koloskopie eingesetzt. Der „Goldstandard“ bei der Vorbereitung ist 2 l Polyethylenglykol-Elektrolyt-Lösung (PEG-EL).

...er bezieht sich aber auf ein PEG der mittleren Molmasse 3350, wie man hier nachlesen kann. Das hilft uns also nicht viel.

Zwei Studien fand ich immerhin, die sich mit der Inhalations-Toxizität von PEG im uns interessierenden Molmassen-Bereich beschäftigen. Direkte Links gibts dazu nicht, aber ich kann die Abstracts hier posten:

Zitat:[1] Biological effects summary report: polyethylene glycol. Silverstein, B. D.; Furcinitti, P. S.; Cameron, W. A.; Brower, J. E.; White, O., Jr. Brookhaven Natl. Lab., Upton, NY, USA. Avail. NTIS. Report (1984), (BNL-51745; Order No. DE84007984), 27 pp. From: Energy Res. Abstr. 1984, 9(10), Abstr. No. 19199. Report written in English. CAN 101:124369 AN 1984:524369

Abstract
An evaluation of the health effects of PEG [25322-68-3] was made to assess its potential use as a substitute for bis(2-ethylhexyl)phthalate [117-81-7], which is used as a test aerosol in quant. fit testing of respirators. The PEGs of primary interest are those whose av. mol. wts. are between 200 and 600. PEG has a very low acute and chronic toxicity in animals. Toxic effects to the kidney resulting from high doses have been obsd. in lab. animals and in burn patients whose injured skin was treated topically with PEG. It is unlikely that healthy people exposed to test aerosols of PEG would encounter such risks particularly at such low concns. No significant adverse effects from PEG have been obsd. in inhalation toxicol. studies, carcinogen testing, or mutagen assays. Since the PEGs present no significant health hazard in the workplace, only a nuisance dust exposure limit of 10 mg/m3 for total dust and 5 mg/m3 for respirable dust is recommended. No std. for protection of human health is deemed warranted at this time. Therefore, PEG 400 may be used safely for quant. fit testing of respirators without concern for adverse effects in healthy subjects.

[2] The subchronic inhalation toxicity of polyethylene glycol 200 in the rat and mouse. Crook, J. W.; Hoot, P. D.; Cooper, A. E.; Cummings, E. G.; Thomson, S. A. Chem. Syst. Lab., Army Armament Res. Dev. Command, Aberdeen Proving Ground, MD, USA. Avail. NTIS. Report (1981), (ARCSL-TR-81051; Order No. AD-A110668), 24 pp. From: Gov. Rep. Announce. Index (U. S.) 1982, 82(12), 2319. Report written in English. CAN 97:86579 AN 1982:486579

Abstract
Mice and rats were repeatedly exposed to 100 or 1000 mg PEG 200 [25322-68-3]/m3 aerosol for 6 h/day, 5 days/wk, for 13 wk. The mice and rats did not appear to have any lesions related to the procedure. No biol. consistent significant alterations in blood chem., hematol., or pulmonary resistance were found. No mutations or pathol. abnormalities could be attributed to exposure to PEG 200. This data may be useful in the derivation of airborne control limits for protection of personnel.


Aus beiden geht zunächst mal hervor, daß keine signifikante Toxizität beobachtet wurde. Allerdings wurden auch nur relativ niedrige Konzentrationen gemessen. (Es ging eher um Gefährdung am Arbeitsplatz.) Der Dampf der aus einem Pen oder einer Pipe kommt dürfte weitaus höhere PEG-Konzentrationen enthalten. Artikel [1] ist insofern interessant, als er Nierenschädigungen erwähnt. Die traten bei Verbrennungsopfern auf, deren sehr durchlässige, verbrannte Haut mit PEG behandelt wurde. Die Lungenoberfläche ist mindestens so durchlässig wie verbrannte Haut. Dauer-Dampfer sollten also vielleicht ihre Nieren im Auge behalten, bis man dazu mehr weiß.

Mir liegt weißgott nicht an Panikmache, aber das ging mir dazu durch den Kopf.

LG, M-M
Danke für Deine Mühe... hm, sehr ermutigend klingt das momentan nicht.
Hallo Marlboro-Man,

Ich hatte vor, zu dem Thema einen neuen Thread zu eröffnen. Deshalb habe ich Deinen Post abgetrennt. Hier passt er viel besser hin und geht nicht im Anbieterboard unter.

Danke für die Recherche. Es ist wirklich schwer, Informationen über die Inhalation von PEG zu finden.

Mein Bericht dazu folgt auch noch - bin noch nicht fertig. Shy
Vorweg: es gibt nicht DAS Polyethylenglykol (PEG).

Poly = viele --> also viele Ethylenglykolteile.
PEG ist ein Sammelbegriff für ein Polymer. Polymer bedeutet: aus vielen gleichen Teilen aufgebaut.
Man kann es sich wie eine Kette aus Perlen vorstellen. Und je nach Kettenlänge hat PEG verschiedene
Eigenschaften. Je länger die Kette, desto dickflüssiger bis fest ist z.B. das PEG bei Zimmertemperatur.

Das PEG, das für uns interessant ist, heißt PEG 400. Es hat eine recht kurze Kette und ist bei 20 Grad flüssig.



Gesundheitsteil

PEG wird in verschiedenen „Kettenlängen“ in Nahrungsmitteln, Kosmetika und Arzneimitteln verwendet.
Sehr häufig ist es PEG 4000, das wachsartig fest ist und als Grundlage für Cremes, Tabletten,
Suppositorien (die für hinten) uvm. dient.

Das kurzkettige PEG 400 findet sich in Tropfen, Injektionslösungen, künstlicher Tränenflüssigkeit,
Gelantinekapseln usw.

Über die Verwendung in Inhalationslösungen habe ich bisher nicht viel gefunden, aber es ist Bestandteil
mancher Nasensprays (Heuschnupfenmedikamente).
Pfitzer hat vor mehreren Jahren einen Insulin-Inhaler enwickelt, der als Trägerstoff PEG verwendet.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15139780


Hier eine Zusammenfassung einer Studie, die sich mit der Inhalation verschiedener Dosierungen PEG 300
bei Ratten befasst hat:
Zitat:Two-week aerosol inhalation study on polyethylene glycol (PEG) 300 in F-344 rats
Bushy Run Research Center, Union Carbide Corporation

PEGs in the 300 to 400 MW range are used in many pharmaceutical and cosmetic applications; they produce little ocular or dermal irritation and have extremely low acute and subchronic toxicity by oral and dermal routes of administration. However, little information exists on the potential of aerosols of these materials to produce adverse health effects. F-344 rats were exposed to aerosols of PEG 300 (20% w:w in water) at 0, 109, 567, or 1008 (highest attainable) mg/m3 for 6 hr/d, 5 d/wk for 2 wk. No exposure-related toxicity was found with regard to clinical signs, ophthalmology, serum chemistry, urinalysis, or gross pathology. Exposure-related effects included: a 50% increase in the neutrophil count (males only) at 1008 mg/m3; decreased body weight gain (16%) for both the 567 and 1008 mg/m3 groups (males only); absolute lung weights of both sexes were increased 10 and 18% for the 567 and 1008 mg/m3 groups, respectively. A slight increase in the number of macrophages in the alveoli was the only change observed histologically in all PEG 300-exposed groups. Therefore, inhalation of aerosols of PEG 300 at concentrations up to 1008 mg/m3 produced relatively little toxicity in rats, the lung was the target organ, and the no-observable-effect-level was between 109 to 567 mg/m3.
Es ist dem von Marlboro-Man geposteten Abstract recht ähnlich und kommt auch zu ähnlichen Ergebnissen:

Nach 2 Wochen:
- geringe Reizung in den Augen und auf der Haut
- extrem niedrige akute und chronische Toxizität bei oraler und dermaler Aufnahme
- es gibt nur wenig Information über die Inhalation
- die dem Aerosol ausgesetzten Ratten zeigten keine klinischen Veränderungen bei der Serumchemie, Urinanalyse oder Pathologie.
- Im Blutbild zeigte sich (nur bei den Männchen) ein Anstieg der neutrophilen Granulozyten (weiße Blutkörperchen)
- bei 16% der Tiere verringerte sich das Körpergewicht.
- der einzige histologische Befund war ein leichter Anstieg der Makrophagenzahl (Abwehrzellen) in den Alveolen (Lungenbläschen).



Bei oraler Aufnahme und Verwendung von Salben wird von verschiedenen Quellen darauf hingewiesen,
dass PEG schon bestehende Nierenerkrankungen verschlimmern kann.

Die flüssigen PEG sind hygroskopisch. Das kann zu Trockenheit der Schleimhäute führen.

Wikipedia schrieb:… die Darmwand bzw. die Haut wird durchlässiger für Wirkstoffe, aber ebenso für Gifte, die somit leichter in den
Körper eindringen können.
http://de.wikipedia.org/wiki/Polyethylenglykol

Wie macht PEG das?
Eine Möglichkeit ist die Pegylierung, ein spezielles Verfahren, bei dem der Wirkstoff an das PEG-Molekül
gekoppelt wird, dadurch besser eindringen kann und länger im Körper verbleibt. Das kann aber nicht von allein
passieren und ist für uns nicht relevant.

Außerdem aber macht das PEG die Zellmembranen durchlässiger.
Das ist der Punkt, über den ich stolpere. Ist gewährleistet, dass in den Liquids wirklich nur unbedenkliche
Inhaltsstoffe enthalten sind? Werden die Membranen auf Dauer geschädigt?



Dampferteil

PEG 400 ist bei 20°C flüssig.
Die Viskosität ist aber fast dreimal so hoch wie beim Propylenglykol (PG):

Viskosität PG = 46 mPa s bei 20°C

Viskosität PEG= 140 mPa s bei 20°C

Es ist also dickflüssiger. Die Frage ist: Wie hoch ist der PEG-Anteil im Liquid und wie wirkt sich das auf die
Verdampfer und den Liquidfluss aus?

Der Schmelzpunkt liegt bei 4 - 8 °C. Bei Lagerung im Kühlschrank wird es mindestens zähflüssig.
Dieser Zustand ist umkehrbar bei Erwärmung auf Zimmertemperatur.
Draußen Dampfen im Winter könnte aber ein Problem sein.

Bei Temperaturen über 150 °C tritt eine thermische Zersetzung ein.
Die Zersetzungsprodukte sind CO, CO2 und Wasser.
http://www.jtbaker.com/msds/englishhtml/p5029.htm

Interessant finde ich die Geschmacksbeschreibung: dezent bitter.
http://www.gifte.de/Antidote/peg_400.htm
Manchmal geht mir der süßliche Grundgeschmack vom PG ziemlich auf den Keks. Damit würden sich neue
Geschmacksmöglichkeiten bieten - wenn die Unbedenklichkeit bestätigt werden kann.
Gefällt mir alles nicht besonders gut. Und ich mag den süßlichen Geschmack des PG, auch in den Tabakgeschmäckern.
Hab ich das richtig verstanden, dass es bei Kälte Dickflüssiger wird? Dann wird Dampfen im Winter draußen aber schwierig Ph34r
Nasensprays gegen Heuschnupfen sollen süchtig machen... finde es aber gerade nicht wieder.
Mit den Nieren möchte ich eher nichts bekommen Sad
Vielen Dank Kirsten für Deine Mühe und die tolle Recherche!!
Ich habe kein ganz tolles Gefühl bei der verbleibenden Unsicherheit was das Inhalieren von PEG betrifft!
Was meinst Du (nur so aus dem Bauch heraus), würdest Du das freiwillig längerfristig zu Dir nehmen oder ersteinmal die Finger davon lassen?

Liebe Grüße
Smokingfox
Kirsten schrieb:Bei Temperaturen über 150 °C tritt eine thermische Zersetzung ein.
Die Zersetzungsprodukte sind CO, CO2 und Wasser.
http://www.jtbaker.com/msds/englishhtml/p5029.htm

Genau dieser Effekt macht auch mir etwas Sorgen...
(Dient er ja unseren Politikern nicht zuletzt als prima Vorlage, das Ganze zu verbieten, wurden wohl bislang keine Hochtemperaturtests mit Inhalation vorgenommen und ueber das Verhalten der uebrigen Inhaltsstoffe und Traegermaterialien in der naehe einer Gluehwendel moechte ich gar nicht erst nachdenken)

Andererseits geht es mir mit dem e-Dampfen merklich besser als mit Pyros und seit 2 Wochen bin ich auch monetaer in der Gewinnzone. Es ist schon ein Kreuz, Drogenabhaengig UND Willensschwach zu sein... Tongue
Kirsten, Danke fuer Deinen Fleiss!
kraut schrieb:Andererseits geht es mir mit dem e-Dampfen merklich besser als mit Pyros und seit 2 Wochen bin ich auch monetaer in der Gewinnzone. Es ist schon ein Kreuz, Drogenabhaengig UND Willensschwach zu sein... Tongue


Fettes D I T O ! Big Grin
Moin,

ich frage mich, warum die Hersteller mehr und mehr dazu übergehen, den Grundstoff umzustellen. Das passiert doch nicht ohne Grund. Das würde mich zuallererst interessieren.
Kirsten schrieb:Interessant finde ich die Geschmacksbeschreibung: dezent bitter.
http://www.gifte.de/Antidote/peg_400.htm
Manchmal geht mir der süßliche Grundgeschmack vom PG ziemlich auf den Keks. Damit würden sich neue
Geschmacksmöglichkeiten bieten - wenn die Unbedenklichkeit bestätigt werden kann.

neue geschmäcker in nichtsüß wären auch bei mir hochwillkommen (am besten zusätzlich zu den süßlichen, von denen ich inzwischen schon eine ganze reihe sehr zu schätzen gelernt habe).
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