17.01.2009, 19:55
tsange schrieb:ich sehe das aufgrund der berichte anderer in kombination mit meinen eigenen erfahrungen so:
suchtverstärkung durch dauernuckeln ist sicherlich die größte derzeit bekannte mögliche gefahr beim dampfen,
und zwar dann, wenn jemand genau nach angewöhnen des dauernuckelns wieder auf pyros umsteigt,
noch bevor der anfangs kompensatorisch erhöhte nikotinkonsum wieder zurückgegangen ist.
dieses risiko besteht m.e. dann, wenn die hardware frustrierend ist.
wenn man die neuen annehmlichkeiten des e-rauchen entdeckt und die möglichkeiten erforscht, ist ein
übermäßiger konsum ziemlich naheliegend und verlockend.
- um auf pyros zu verzichten, brauchen viele anfangs zum kompensieren sehr hohe nikotindosen
und/oder ständig was im mund
- es gibt soviel neues zu probieren und zu vergleichen
- bis man mit dem e-rauchen als neue kulturfertigkeit richtig vertraut ist, sich selbst und seine reaktionen
dabei einschätzen kann, die eigenschaften der hardware und die möglichkeiten des tunens für sich
richtig nutzt (usw. usf.) ist das ergebnis recht schwankend und auf der anfänglichen suche nach dem
ständigen ultimativen flash kann der konsum zwischen den "treffern" schon recht hoch werden
- wenn der außendruck plötzlich weg ist (weniger gesundheitsbedenken, keine belästigung oder gefährdung
anderer, kaum mehr einschränkungen durch verbotszonen oder verbotssituationen, da selbst auf absolutem
"feindgebiet" unsichtbar gedampft werden kann und sowieso alle nichtraucher mit großer zustimmung reagieren,
sobald sie verstehen, was man da tut), kann man vor lauter euphorie erstmal dieses vergnügen zum exzess
ausleben wollen, womöglich nonstop den ganzen tag
wenn sich das dampfen mal stabilisiert hat, kommen die suchtmildernden eigenschaften des dampfens
nach und nach zum tragen. es geht (wie sehr treffend schon im thread betont wurde) immer weniger darum, zigaretten
zu imitieren und immer mehr darum, die spezifischen annehmlichkeiten des dampfens zu genießen. ein-zwei züge
ohne hektik, wohlgeschmack nach wahl, flash mal stark, mal mild, mal nicht notwendig. gerät weglegen, später
mit demselben oder einem anderen ein paar züge genießen.
der alte drang oder zwang, sich in manchen situationen eilig eine geballte ladung nikotin reinzuziehen, ist
verblasst oder verschwunden, denn das funktioniert mit egaretten nur sehr bedingt und macht auch keinen spass.
der suchtfaktor wird immer mehr vom genußfaktor verdrängt - mit zunehmender erfahrung und mit einem sorgsam
zusammengestellten und gepflegten gerätepark werden die dampfeigenschaften (inklusive flash) fast frei
steuerbar.
diese vorteile hat man aber nur, wenn man nicht in gier, hektik oder panik auf der suche nach einer exakten
kopie der pyros verfällt, und da liegt die gefahr für "fortgeschrittene anfänger", die schon aufs e-rauchen
umgestiegen sind, aber zu diesem zeitpunkt noch kompensatorisch sehr hohe nikotindosen oder/und
ständig was zum nuckeln brauchen und gleichzeitig aufgrund von frustrationen durch größere hardware-
und/oder handlingsprobleme hochgefährdet sind, den ganzen e-krempel in die ecke zu schmeißen und dann
auf dem aktuellen hohen nikotinniveau oder (schlimmstenfalls: und) mit der angezüchteten gewohnheit, ohne pause
an etwas zu nuckeln, mit pyros weiterzumachen.
in dieser kritischen überkonsumphase des umstiegs ist es extrem wichtig, dass genügend
funktionierende hardware da ist und dass möglichst wenig frust aufkommt.
später kann man es riskieren, mit nur einem dampfgerät in den tag zu gehen - falls was ausfällt, ist es ärgerlich,
aber kein weltuntergang.
besonders interessant in diesem zusammenhang fand ich, dass für mich inzwischen - obwohl ich alle paar wochen
noch gerne und ohne bedenken pyros rauche - pyros keineswegs ein ersatz fürs dampfen sind. wenn ich zu sorglos
ohne funktionierendes dampfzeug unterwegs bin und mir das dampfen fehlt, hab ich keine lust auf zigaretten und
kauf mir auch keine, sondern warte einfach, bis ich wieder die möglichkeit zu befriedigendem dampfen habe.
Originalthema: Dampfen - Gedanken über das Dauernuckeln mit High-Depots