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Edelstahl ausglühen?
pdbsw
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Beitrag #61
RE: Edelstahl ausglühen?
Danke Helmut, dass mindestens Du mit mir, nach meine IMHO (!), diskutiert hast. Nur so kommt man vom "Halbwissen" zu "glaube zu wissen".
Du schreibst: "Luft immer da ist, aber sooo aggressiv ist die doch nicht", "Wasser (H2O) ist auch nicht rostfördernd"
In Wiki: "Als Rost bezeichnet man das Korrosionsprodukt, das aus Eisen oder Stahl durch Oxidation mit Sauerstoff in Gegenwart von Wasser entsteht."
Du schreibst: "Dass wir Metall-Legierungen beim Ausglühen so oder so kaputt machen, stimmt eben nicht"
Und wie heißt es, wenn Legierungsschicht bei 500-800 Grad sich verändert? Und wieso rostet falsch geschweißter Stahl?

Aber OK, ich muss doch nicht unbedingt in dem Bewertungs- Clans- Spielforum was schreiben. Verkaufen will ich auch nichts. Lesen kann man Forum auch so.
07.02.2017 14:22
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MajorGriffon Offline
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Beitrag #62
RE: Edelstahl ausglühen?
(07.02.2017 14:22)pdbsw schrieb:  Und wie heißt es, wenn Legierungsschicht bei 500-800 Grad sich verändert? Und wieso rostet falsch geschweißter Stahl?

Da gibt es viele Gründe, z.B. wenn der (die) Stahl(e) und/oder der verwendete Schweißdraht elektrochemisch nicht zusammen passen.

Bei ES entsteht durch die große Hitze gewissermaßen die "falsche" Oberfläche, die nicht passivierend ist. Die wird durch beizen abgetragen so das ES wieder seine angedachte passivierende Oberfläche ausbilden kann.
07.02.2017 14:27
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helmut75 Offline
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Beitrag #63
RE: Edelstahl ausglühen?
@ pdbsw:
Zur Rostentstehung:
Nicht alles, was in Wikipedia steht, ist absolut richtig.
Rost, aka Fe2O3 (gibt auch noch andere Formen, aber das führt viel zu weit), kann auch völlig ohne Wasser entstehen, dazu braucht es nur zwei Eisenmoleküle, dazu drei Sauerstoffmoleküle, die können auch aus gasförmigen oder festen Stoffen kommen.
Wasser pur ist relativ reaktionsträge, nicht elektr. leitend und auch nicht alleine rostfördernd, vereinfacht gesagt:
Autos rosten im Winter besser als im strömendsten Sommerregen, warum? weil auf der Straße Salz liegt, was es dem Eisen erleichtert, dem Wasser den Sauerstoff zu entziehen.
Das verstreute Salz macht aus dem Wasser ein (besser( leitend)es) Elektrolyt, wobei wir aber bei der chemischen Korrosion sind, die mit der interkristallinen Korrosion ausser dem Endprodukt Fe2O3 nichts gemein hat.

Zur Rostentstehung bei unsachgemäßen Schweißnähten hat MajorGriffon ja schon geschrieben.

Die Gefügeveränderungen bei der Wärmebehandlung sind nur das: Veränderungen
Die bilden sich auch wieder zurück, oder auch (gewollt) nicht (z. B. abschrecken).
Kaputt ist da noch lange nichts.
Die Kristallgitter gehen da z. B. von kubisch raumzentriert in kubisch flächenzentriert oder umgekehrt über, das ist bei der Wärmebehandlung oftmals genau so gewollt.
Manche Kristalle (alt: hoch-)legierter Stähle (und der meisten NE-Metalle) sind auch hexagonal angeordnet.
Die Legierungen darf man sich auch nicht als Schichten vorstellen, sondern möglichst homogen durchmischte Kristallgemenge.

Die gesamten Vorgänge in Metallen bei den verschiedenen Wärmebehandlungen zu erklären würde hier den Forenrahmen sprengen Sad

LG, Helmut
07.02.2017 15:21
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_Y@V_ Offline
Noch so'n Dampfer ;)
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Beitrag #64
RE: Edelstahl ausglühen?
(07.02.2017 15:21)helmut75 schrieb:  Die gesamten Vorgänge in Metallen bei den verschiedenen Wärmebehandlungen zu erklären würde hier den Forenrahmen sprengen Sad

Ich denke, die praktischen Auswirkungen von Fehlbehandlungen sollten hier reichen, denn nur mit denen haben wir als Dampfer zu tun. Es sei denn, es bildet sich ein Grüppchen, das richtig in die Tiefe gehen möchte (ich würde mitlesen, keine Frage), dann könnten wir evtl. einen Wissenschafts-Fred dazu eröffnen.

Ich schalte mich hier in dem Fred mal manuell in den read-only-mode (außer mir fallen noch Fragen ein, die noch nicht beantwortet wurden), fachlich habe ich leider nichts mehr beizutragen, immerhin weiß ich das Wink

Gruß
07.02.2017 19:24
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helmut75 Offline
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Beitrag #65
RE: Edelstahl ausglühen?
(07.02.2017 19:24)_Y@V_ schrieb:  Ich denke, die praktischen Auswirkungen von Fehlbehandlungen sollten hier reichen, denn nur mit denen haben wir als Dampfer zu tun.
Das geht schnell: Draht durchgeschmolzen, neu wickeln! Laugh

LG, Helmut
07.02.2017 19:36
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Old Pipe Offline
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Beitrag #66
Cool RE: Edelstahl ausglühen?
Hallo!

Nach allem dafür und dagegen trotzdem den SBODY C1D2 DNA75W bestellt?
Danke für Infos!
Old Pipe

Sorry falscher Beitrag
Huh
07.02.2017 19:45
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MajorGriffon Offline
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Beitrag #67
RE: Edelstahl ausglühen?
Jetzt tu ich mal klugscheissen Tongue Wink

(07.02.2017 15:21)helmut75 schrieb:  Wasser pur ist relativ reaktionsträge, nicht elektr. leitend...

Auch reines Wasser ist elektrisch leitfähig. Stichwort Autoprotolyse.

Auch in reinem Wasser zerfallen einige Wassermoleküle in H3O+ bzw. OH- Ionen.
Diese Ladungsträger machen das Wasser leitfähig.
07.02.2017 21:06
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Brunzbuh Offline
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Beitrag #68
RE: Edelstahl ausglühen?
Helmut, Helmut...

Jetzt muss ich mich auch mal mit einem Beitrag zu Wort melden. Ich wundere mich warum jemand mit werkstofftechnischem Halbwissen andere dermaßen oberlehrerhaft verbessern muss.

1. Einen hexagonales Kristallgitter gibt es bei Stählen nicht. Mir fällt nur Titan ein, dass für unsere Zwecke verwendbar ist, und solch eine Gitterstruktur aufweist.

2. Eine Gefügeumwandlung findet bei CrNi Stählen nicht statt, da das Gefüge bereits austenitisch ist. Den sehr geringen d-Ferritgehalt vergessen wir mal. Das ist sowohl beim AISI304 (1.4301), beim AISI316L (1.4404), und beim AISI317 so.

3. Zementit? Perlit? So ein Quatsch! Die genannten Stähle haben C-Gehalte zwischen 0,02 und 0,08%... da gibts kein Zementit!

4. IK (Interkristalline Korrosion) halte ich vor allem bei den unstabilisierten, höher kohlenstoffhaltigen Stählen wie dem 304 für möglich. Bei dieser Korrosionsart treten aber praktisch keine Korrosionsprodukte auf.

So, jetzt habe ich die restliche. Punkte vergessen, die ich noch ansprechen wollte, und keine Zeit mit die letzten Seiten nochmal durchzulesen. Bei einer Sache gebe. Ich dir aber recht: Klugscheissen kann manchmal Spaß machen, sollte dann aber fundiert sein50
07.02.2017 23:48
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RaWe Offline
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Beitrag #69
RE: Edelstahl ausglühen?
So, mein Nichtwissen über Edelstahl immerhin in Halbwissen umgewandelt.
Und das ohne Korrosion Big Grin
08.02.2017 02:14
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helmut75 Offline
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Beitrag #70
RE: Edelstahl ausglühen?
(07.02.2017 23:48)Brunzbuh schrieb:  1. Einen hexagonales Kristallgitter gibt es bei Stählen nicht. Mir fällt nur Titan ein, dass für unsere Zwecke verwendbar ist, und solch eine Gitterstruktur aufweist.
Tja, und wir haben gelernt, daß extrem hohe Legierungsanteile das Gitter doch in die hexagonale Form zwingen können und habe das nur der Vollständigkeit halber mit aufgeführt, bewusst, daß das auf unsere Dampfdrähte (Ausnahme mMn suboptimales Titan) nicht zutrifft Unsure
(07.02.2017 23:48)Brunzbuh schrieb:  2. Eine Gefügeumwandlung findet bei CrNi Stählen nicht statt, da das Gefüge bereits austenitisch ist. Den sehr geringen d-Ferritgehalt vergessen wir mal. Das ist sowohl beim AISI304 (1.4301), beim AISI316L (1.4404), und beim AISI317 so.
Gefügeumwandlung bedeutet mW nicht nur, daß sich Fe/C-Kristalle ändern, sondern auch, daß sich die Legierungselemente anders verteilen.
Passiert natürlich bei unseren moderaten Glühtemperaturen eher nicht, aber passiert.
(07.02.2017 23:48)Brunzbuh schrieb:  3. Zementit? Perlit? So ein Quatsch! Die genannten Stähle haben C-Gehalte zwischen 0,02 und 0,08%... da gibts kein Zementit!
Ja, hier bin ich tatsächlich etwas in die niedrig oder unlegierten Stähle abgeschweift.
(07.02.2017 23:48)Brunzbuh schrieb:  4. IK (Interkristalline Korrosion) halte ich vor allem bei den unstabilisierten, höher kohlenstoffhaltigen Stählen wie dem 304 für möglich. Bei dieser Korrosionsart treten aber praktisch keine Korrosionsprodukte auf.
Bin hier nur auf den Einwurf mit relativ ausführlichem Zitat der Quelle eingegangen, daß ja unsere Stähle interkristallin korrodieren und habe dazu bemerkt, daß dazu aber auch eine aggressive Umgebung nötig ist.

Das Problem bei Dampfern allgemein ist scheinbar:
Einer hat Bedenken, daß sich das giftige Nickel aus dem Draht löst oder Chrom oxidiert und dann giftig wird und viele springen auf den Zug auf.
Wenn man dann sagt: "Keine Sorge, da passiert gar nix", wird man fast schon ausgelacht und angegriffen und man wird quasi aufgefordert, mehrere Doktorarbeiten dazu zu schreiben um dann zu hören, daß es vlt. doch nicht ganz so gefährlich, aber dennoch bedenklich sei...

Du weißt aber genauso gut wie ich, daß man nicht alles über Stähle und NE-Metalle in kurzen Sätzen beschreiben kann und mehrseitige Beiträge pro Bedenkenpunkt nicht gelesen würden.
Daß man dann nicht immer 1000% fachlich korrekt einkürzt ist mir von vornherein klar und gewisse Ungenauigkeiten schleichen sich in die Erklärungen dadurch zwangsweise ein.

LG, Helmut
08.02.2017 09:24
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