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Die kleine Mischfibel – Methoden, Material, Mathe
robinchen Offline
Liquidpanscher
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Beitrag #1
Die kleine Mischfibel – Methoden, Material, Mathe
Grundkurs Teil 1: Material und Methoden

So, du möchtest nun also anfangen, deine Liquids selbst anzumischen? Erst einmal: Herzlichen Glückwunsch, und willkommen bei den Liquidpanschern!

Du hast natürlich jetzt erst einmal sehr viele Fragen. Und ich hoffe, ich kann dir mit dieser kleinen Anleitung einige davon beantworten. Fangen wir also an!

In diesem Post möchte ich die wichtigsten Grundlagen erläutern, in späteren werde ich tiefer in die Materie gehen, dort könnte es dann auch für Erfahrene interessant werden.

Die weiteren Artikel werden dann unter diesem hier verlinkt werden. Fragen können natürlich jederzeit gerne gestellt werden! Auch wenn ihr einen Wunsch habt, was ihr gerne erläutert haben möchtet, immer her damit! Smile

Beachtet bitte, dass es sich hierbei um Tipps aus meiner eigenen Erfahrung handelt, und andere Leute Dinge vielleicht anders handhaben als ich. Wenn ihr da beitragen könnt: immer gerne!

Material

PG = Propylenglykol

Auch 1,2 Propandiol genannt ist das Propylenglykol einer der Grundbestandteile des Liquids. Viele Aromen werden in PG gelöst geliefert. PG ist mit Wasser mischbar, hygroskopisch (d.h. es zieht Wasser an), antibakteriell und wird sowohl in Lebensmitteln als auch als Futtermittel und in der Kosmetik verwendet. Bei sehr sehr wenigen Einzelfällen kann eine PG-Allergie auftreten. PG ist auch als Feuchthaltemittel in den meisten Zigaretten enthalten.

Wie das PG im Liquid „empfunden“ wird ist von Dampfer zu Dampfer verschieden.

Hier sind ein paar Grunddinge, die zumindest von vielen berichtet werden:

- PG soll der Geschmacksträger sein
- PG-lastige Liquids machen weniger Dampf (obwohl ich auch schon rein-PG-Liquids gesehen habe, die ordentlich genebelt haben Wink. Kann man Fridtjof hier im Forum zu befragen)
- PG wird als „kratziger“ im Rachen beschrieben. Dies muss nicht unbedingt ein Nachteil sein, v.a. wenn jemandem der „Flash“ fehlt kann man versuchen, mit mehr PG zu mischen

Beim Kauf von PG sollte man darauf achten, PG in DAB (deutsches Arzneimittelbuch)-Qualität bzw. in Arzneimittelbuchqualität des Landes, in dem man bestellt, zu bekommen (Europäisch: EP, USA: USP). Ein PG in solcher Qualität muss nicht zwingend bei einem Dampferladen gekauft werden, sondern kann z.B. auch in Läden für Pferdebedarf günstig erstanden werden.

VG = Vegetable Glycerin/Glycerol

VG wird, wie der Name schon sagt, aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt. Es schmeckt leicht süßlich ist genau wie das PG antibakteriell und findet vielfältigen Einsatz, von Lebensmitteln über Kosmetik und Lederpflege (in manchen Fällen ein und dasselbe Wink ), in der Medizin, bis hin zum – ja- Frostschutzmittel. Auch VG findet sich als Feuchthaltemittel in den meisten Zigarettensorten wieder.

Auch hier wird von Dampfern das VG wieder unterschiedlich wahrgenommen, viele stellen aber die folgenden Eigenschaften fest:

- VG sorgt für mehr/dichteren Dampf
- VG macht das Liquid „weicher“, ein Einsatz von viel VG schwächt aber den Geschmack auch etwas ab
- VG macht das Liquid dickflüssiger, so dass bei hohem VG-Gehalt Nachflussprobleme bei manchen Verdampfern entstehen können

Beim Kauf von VG sollte man darauf achten, dass die Reinheit bei 99,6 Prozent oder höher liegt sonst "riecht es nach Werkstatt" (Zitat Kumpel). Außerdem gilt hier, wie beim PG auch, dass man Arzneimittelbuchqualität kaufen sollte. Auch VG ist wieder im Pferdeladen erhältlich Wink

Fertig gemischte Base

Ich bin kein Fan davon, literweise fertig angemischte Base zu kaufen, gerade als Anfänger im Mischen nicht (und als Profi braucht man sie dann erst recht nicht mehr). Mit Nikotin gibt es sowieso keine fertig gemischte Base mehr in Gebinden über 10 ml (dazu mehr unten) und ohne Nikotin ist es meist günstiger, PG und VG einzeln zu kaufen. Man möchte zudem auch beim Mischen ein wenig herumexperimentieren, welches Verhältnis PG zu VG einem gefällt. Der Geschmack kann sich dann noch dazu im Laufe der Zeit ändern. Möchte man dann das Mischverhältnis ändern muss man eh PG oder VG zukaufen, und die Mathe wird richtig doof kompliziert. Also: lieber einzeln kaufen.

Nikotin

Nikotin ist für uns Privatkunden in Deutschland nur noch als Nikotin-Shots mit maximal 10 ml Volumen und maximal 20mg/ml Nikotinanteil erhältlich, deswegen werde ich hier und auch in meinen Berechnungen nur noch auf diese eingehen.
Hier empfehle ich dir, immer die Shots mit der höchsten Nikotinkonzentration zu kaufen. Das wären je nach Hersteller 18 oder 20 mg/ml. Da die Hersteller meist bei den Shots keine Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Nikotinkonzentrationen machen bekommst du hier am meisten für den Geld. Hier kannst du nach Anbietern mit aktuell günstigen Preisen schauen.


Robinchen, wie viele Shots brauche ich eigentlich?


Das kannst du dir ausrechnen, und es ist gar nicht schwer!

Wir rechnen das mal an einem Beispiel. Du möchtest dir 100 ml Liquid mit 6mg/ml anmischen, und willst hierfür Shots mit 20 mg/ml kaufen.

Zuerst rechnest du aus, wie viel Nikotin du in deiner Mischung gesamt brauchst.
Gewünschte Nikotinkonzentration * Gewünschte Endmenge = Gesamt benötigte Nikotinmenge
Also: 6 *100 = 600 mg

Dann rechnest du aus, wie viele Milliliter von den Shots du brauchst:
Gesamt benötigte Nikotinmenge/Nikotinkonzentration der Shots = Benötigte Milliliter
Also: 600 / 20 = 30 ml

Und jetzt wollen wir wissen, wie viele Shots das nun sind. Dazu rechnest du:
Benötigte Milliliter/Gebindegröße der Shots = gesamt benötigte Anzahl der Shots
30 / 10 = 3 benötigte Shots

Alles klar soweit? Gut, denn wir werden noch ein wenig mehr rechnen Wink

Die benötigten Milliliter kannst du dir allerdings auch über die üblichen Liquidrechner im Netz ausrechnen lassen. Diese dann durch 10 teilen und du weisst auch, wie viele Shots du brauchst. Wie man diese Rechner anwendet werde ich später noch erklären.

Die Shots können jetzt entweder in PG, in VG oder in einem PG/VG-Mix erstanden werden. Für welche Variante man sich entscheidet hängt davon ab, wie viel Nikotin man benötigt, und wie das Liquid dann zum Schluss zusammengesetzt sein soll.
Wer eine niedrigere Nikotin-Konzentration benötigt und ein VG-lastiges Liquid mischen möchte wird natürlich eher VG-Shots kaufen, dasselbe gilt für PG. Mix-Shots empfehle ich hier nur Leuten, die eine relativ hohe Nikotinkonzentration brauchen (15-20 mg/ml). Hier kann es eventuell unumgänglich sein, den Shot bereits in der gewünschten Mischung zu kaufen, da der Großteil der Base ja aus dem Nikotinshot besteht. Leider ist auch hier die Berechnung der Zutaten um einiges komplizierter als mit einem Shot, der nur aus PG oder VG besteht.

Ob ihr tatsächlich gemischte Shots kaufen müsst könnt ihr euch folgendermaßen berechnen:

wir gehen hier mal im Beispiel von 20 mg/ml Shots aus, einer gewünschten Zusammensetzung von 50/50 PG/VG und einer gewünschten Nikotinkonzentration von 10 mg/ml.

Zuerst rechnet ihr aus, wie viel Anteil die Shots an der fertigen Mischung haben
100 / Nikotinkonzentration der Shots * gewünschte Nikotinkonzentration
Im Beispiel:
100/20*10= 50 Prozent

Könnte man sich denken: Prima, dann kann ich die in PG oder VG kaufen, dann brauche ich nur noch 50 Prozent von der anderen Zutat zugeben, und alles Tutti!

Nicht ganz!

Wir haben noch nicht an die Aromen gedacht. Aromen sind oft in PG gelöst, deswegen nehmen wir mal als Beispiel an, ich brauche noch 5 Prozent in PG gelöstes Aroma:

Bleiben mir noch an möglicher PG-Zugabe: 50 Prozent minus 5 Prozent = 45 Prozent

Ich sollte mir also in diesem Fall den Shot in VG holen, da ich da die vollen 50 Prozent durch den Nikotin-Shot zugeben kann.

Noch ein Beispiel: gewünscht werden 30/70 PG/VG, mit 3mg/ml und 5 Prozent Aroma:
Vom PG bleiben 30-5=25 Prozent
Nik-Shot macht 100/20*3 = 15 Prozent aus
Ich kann mir den Shot also in PG oder VG holen, da ich an PG noch 25 Prozent und an VG sogar noch 70 Prozent zugeben kann.

Ein drittes Beispiel: gewünscht werden 30/70 PG/VG mit 18 mg/ml und 5 Prozent Aroma:
Vom PG bleiben: 30-5=25 Prozent
Nik-Shot macht 100/20*18 = 90 Prozent aus
Oh-oh! Hier haben wir dann tatsächlich den Fall, dass man einen vorgemischten Shot kaufen muss, weil man diese 90 Prozent weder als reinen PG-Shot (25 Prozent für den Shot übrig) noch als reinen VG-Shot (70 Prozent für den Shot noch übrig) zugeben kann.

Aromen:

Hier gibt es für jeden Geschmack das richtige! Auf Aromen im Detail, und deren Kombination möchte ich später, in einem Fortgeschrittenenkurs, auch noch näher eingehen.
Für unseren kleinen Anfängerkurs hier ist wichtig: Die Aromen können in verschiedensten Flüssigkeiten gelöst sein. Für uns geeignet sind in PG, VG und Alkohol gelöste Aromen.

Für uns NICHT geeignet sind ölbasierte Aromen!

Zum einen lösen sich diese nicht wirklich gut in euren Mischungen, zum anderen können hier Gesundheitsgefahren entstehen. Es gibt genug anderweitig gelöste Aromen, also tut mir einfach den Gefallen, und macht einen Bogen um die ölbasierten, OK? Wink

Am besten kauft ihr eure Aromen in ausgewiesenen Dampfer-Shops, um sicherzugehen, dass diese sich auch für das Dampfen eignen. Hierbei gibt es eine riesige Auswahl an verschiedenen Aromen, von Einzelaromen bis hin zu „Premiumaromen“.

Premiumaromen sind nicht „was besseres“ sondern sind aus Einzelaromen gemischte Rezepte. Sie unterschieden sich oft dadurch, dass sie in höherer Menge zugegeben werden. Während bei Einzelaromen eine Zugabe im einstelligen Prozentbereich üblich ist kann diese bei Premiumaromen deutlich höher liegen.
Allerdings ist das Ganze ein wenig verwirrend. Käsekuchen ist z.B. ein Einzelaroma, während Erdbeermilch ein Premiumaroma sein kann.

Am besten schaut ihr immer nach den Herstellerangaben und setzt eure Aromen dementsprechend ein.

Lagerung deiner Materialien:

PG und VG sind hier völlig unkompliziert. In den Schrank oder Keller stellen, fertig. Beide sind ja antibakteriell und werden teils als Konservierungsmittel genutzt, da passiert nichts.

Nikotin-Shots solltest du dunkel, nicht zu warm, und möglichst in den kleinen Fläschchen lagern, in denen du sie gekauft hast. Der Grund hierfür ist, dass sowohl Sonnenlicht als auch Sauerstoff dazu beitragen, dass das Nikotin oxidiert. Deine Shots und auch die fertig gemischten Liquids werden dann gelblich oder rosafarben. Dies bedeutet aber nicht, dass sie „schlecht“ geworden sind. Du kannst sie immer noch verwenden (bei einer Trübfärbung ist aber Vorsicht angesagt!).

Zimmertemperatur ist hier OK, aber möglichst in einem Schrank, wo kein Licht drankommt. Wer sichergehen will kann sie auch in den Kühlschrank oder die Tiefkühltruhe packen (hier bedenken, dass gerade das VG in der Tiefkühltruhe sehr zähflüssig wird. Lasst sie also etwas bei Zimmertemperatur anwärmen bevor ihr sie verwendet)

Das Umfüllen von Nikotin-Shots in größere Flaschen rate ich euch deshalb nicht, weil dadurch ja wieder Sauerstoff an die Flüssigkeiten kommt. Die Nikotin-Shots sind oft sauerstoffrei abgefüllt, aber wenn du sie einmal aufmachst, ist dieser Effekt verpufft. Außerdem, was noch wichtiger ist, du musst dann bei Entnahme die große Flasche ständig wieder auf und zu machen, wodurch nochmal frischer Sauerstoff an die Flüssigkeit kommt. Deswegen füllen viele Leute, die noch Nikotinbase in größeren Flaschen zu Hause haben, diese sogar wieder in kleinere um. Das einzig Gute, was ich an der 10-ml-Begrenzung finden kann ist eben, dass die Nik-Shots so wunderbar gut ungeöffnet lange lagern können.

Bei Aromen ist das so eine Sache. Ich lagere meine auch im Schrank. Auch die mögen es lieber dunkel und kühl, Tiefkühtruhe würde ich allerdings nicht machen, das tut manchen Aromen nicht gut. Kauf lieber keine Aromen für ein paar Jahre auf Vorrat – verwenden kann man die meist nach Jahren auch noch, habe ich auch schon, allerdings kann der Geschmack hier leiden, da mache Aromen doch eher „flüchtig“ sind.

Zum Thema Behälter:

Alles, was noch nie geöffnet wurde, würde ich persönlich auch im Originalbehälter lagern. Es gibt aber auch Leute, die in Braunglasflaschen umfüllen. Ist ein wenig Geschmackssache Wink

Was Plastik angeht hat Kirsten hier was Gutes geschrieben.

Da muss man jetzt also keine große Angst vor haben. Aber jeder, wie er/sie/es mag Smile

Methoden

Grundsätzlich gibt es drei Methoden, dein Liquid zusammenzumischen:

Nach Volumen (also nach Milliliter)
Nach Gewicht (in Gramm)
Nach Tropfen

Jede dieser drei Methoden hat so ihre Vor- und Nachteile, und es lohnt, sich bereits zu Beginn zu überlegen, wo die Reise hingehen soll, um Fehlkäufe von Mischwerkzeug zu vermeiden.

Nach Volumen

Vorteile: Beim Mischen in Millilitern ist die Mathe sehr einfach, dies werde ich später noch erläutern. Zudem geben Aromenverkäufer gerne mal ein paar Spritzen zum Aromeneinkauf dazu, und Spritzen sind auch in Apotheken sehr einfach zu bekommen.
Naschteile: Allerdings hat man hier auch den wahrscheinlich höchsten Aufwand verglichen mit den anderen beiden Methoden, da Spritzen gesäubert, Tropfeinsätze von Aromenflaschen entfernt und wieder eingesetzt werden müssen etc.. Gerade auch, wenn man seine „Lieblingssorten“ gefunden hat und größere Gebinde anmischen möchte, tritt das Mischen mit Spritzen und Messbecherchen oft gegenüber dem Mischen mit der Waage zurück, oder wird mit dieser kombiniert (Aromen mit Spritze, Rest mit Waage).

Aufgrund der einfachen Verfügbarkeit der Grundmaterialien habe ich auch mit dem Mischen nach Volumen angefangen, gerade auch, weil dieses mathematisch einfacher zu verstehen ist. Da es aber inzwischen extrem gute Rechner im Netz gibt würde ich inzwischen auch Anfängern empfehlen, mit der Waage zu beginnen.

Möchtest du trotzdem nach Volumen mischen empfehle ich dir das folgende absolute Grundwerkzeug:

- Leere Tropferfläschchen in der gewünschten Endgröße
- Spritzen in verschiedener Größe (mehrere 1-ml-Spritzen, zwei mal 5 ml, zwei mal 10 ml). Achte darauf, dass die zugehörigen Kanülen stumpf sind. Man hat sich schneller an einer spitzen Kanüle verletzt, als man denken kann! Außerdem sollte die Kanüle einen möglichst hohen durchmesser haben, sonst wird es gerade beim aufziehen von VG ziemlich schwierig
- Küchentuch oder Taschentücher zum Trocknen von Spritzen und falls etwas danebengeht
- Eine Tasse Wasser

Nicht zwingend notwendig, aber gut zu haben:

- Kleine Flaschen mit großer Öffnung für PG und VG (wichtig, wenn man in Literflaschen oder höher gekauft hat)
- Kleine Trichter, falls man „schlecht zielt“ (Trichter für Flachmänner eignen sich hier gut)


Ich mache immer meine Mathe zuerst, oder gebe zuerst meine gewünschten Werte in einen Online-Rechner oder mein Excel ein, damit ich beim Mischen nicht anfangen muss, am Rechner herumzutippen sondern durcharbeiten kann.
Anmischen tu ich das Ganze dann, wie bei den anderen Methoden auch, in der Reihenfolge Aromen > Nikotin-Base > PG/VG

Ich lege mir hierbei immer mehrere 1-ml-Spritzen für die Aromen, und, je nach gewünschter Gebindegröße ,die ich anmischen möchte, je eine 5- oder 10 ml Spritze für PG und VG zurecht (5 wenn ich 10 ml anmische, 10 bei 30 ml. Wer Gebindegrößen von über 30 ml anmischen möchte ist vielleicht mit einem kleinen Messbecher für jeweils PG und VG besser bedient).

Ich kenne Menschen, die nehmen für jedes neue Aroma, das sie anmischen, auch eine neue 1-ml-Spritze. Ich handhabe das allerdings nur bei sehr strengen Aromen (zum Beispiel Menthol) so. Mische ich mehrere Kuchen- oder auch Fruchtaromen hintereinander erspare ich mir den Aufwand, und wasche die Spritzen nur ein einer Tasche Wasser kurz aus, trockne sie mit Küchentuch und setze sie direkt wieder ein. Mag meiner Allergie gegen unnötigen Müll geschuldet sein. Man kann seine Spritzen auch markieren (z.B. nach „Frucht“, „Kuchen“, „Menthol“) und sie so immer wieder verwenden. Geschmacklich habe ich hierbei, wenn man für die „starken“ Aromen eigene Spritzen reserviert, auch noch keine Einbußen erlebt. Das Wasser in der Waschtasse wechsle ich alle 3-5 Aromen.

Es kann hier immer mal passieren, dass mit der Zeit oder plötzlich ein Aroma einem die Skala der Spritze ablöst (mir so passiert beim Aroma „Biscuit“ – ausgewaschen, abgewischt, Skala war ab o.O). Deswegen ist es immer gut, Ersatz in der Schublade zu haben. Auch ist hier der Tipp von Petra05 gut, die Skala mit etwas Tesa abzukleben, dann habt ihr länger Freude an euren Spritzen Wink

Die Spritzen für PG und VG müssen gar nicht gewechselt werden, und eigentlich auch nicht gewaschen. PG und VG sind antibakteriell, da passiert nichts.
Allerdings habe ich auch kleine 100 ml Fläschchen für PG und VG, in welche ich dieses vor dem Mischen erst einmal umfülle, zum einen, weil es irgendwann richtig schwierig wird, mit einer 10 ml Spritze etwas aus einer Literflasche zu entnehmen, und zum anderen, wenn ich generell 30 ml anmische, entnehme ich z.B. pro Fläschchen +/- 10 ml PG. Damit hätte ich, bis die Literflasche leer ist, ca. 100 mal eine Spritze in die Literflasche getaucht. Das ist das selbst mir zu viel.
Ich nutze hier Fläschchen statt Tasse o.ä., weil ich diese nach dem Mischen einfach zu machen kann, und so nicht offen stehen lassen oder wieder in die Literflasche zurückkippen muss.

Nach Gewicht

Vorteile: Beim Mischen nach Gewicht hat man weniger Materialschlacht und muss weniger saubermachen als beim Mischen nach Volumen. Zudem ist es sehr genau. Man kann auch dieselben Mischsachen für alle Gebindegrößen benutzen.
Nachteile: Die Mathe hinter dem Mischen nach Gewicht ist weniger intuitiv, da hier NICHT gilt: 1ml=1mg. Ein ml VG wiegt nämlich z.B. mehr als ein ml Wasser. Diesen Nachteil kann man aber mit den gängigen Mischrechnern im Netz ausgleichen - wer selbst rechnen möchte bekommt das von mir später aber auch noch genauer erläutert.

Deswegen würde ich auch Anfängern diese Methode ans Herz legen.

Das Grundwerkzeug für das Mischen nach Gewicht:

- Leere Tropferfläschchen in der gewünschten Endgröße
- Eine Waage (die möglichst 2 Stellen nach dem Komma ausgeben kann. Waagen, wie z.B. Küchenwaagen, die nur grammgenau wiegen, sind hier nicht geeignet!)
- Küchentuch oder Taschentücher, falls etwas danebengeht

Nicht zwingend notwendig, aber gut zu haben:

- Kleine Flaschen mit großer Öffnung oder kleine Becher mit Tülle für PG und VG (nützlich, wenn man in Literflaschen oder höher gekauft hat)
- Kleine Trichter (Trichter für Flachmänner eignen sich hier gut)


Ich mache immer meine Mathe zuerst, oder gebe zuerst meine gewünschten Werte in einen Online-Rechner oder mein Excel ein, damit ich beim Mischen nicht anfangen muss, am Rechner herumzutippen sondern durcharbeiten kann.
Anmischen tu ich das Ganze dann, wie bei den anderen Methoden auch, in der Reihenfolge Aromen > Nikotin-Base > PG/VG

Diese Methode ist sehr einfach: leeres Fläschchen auf Waage stellen, Tara drücken (Tara ist die Zuwiegefunktion) damit die Anzeige wieder auf 0 springt, danach Aromen und Basenzutaten nach Rezept nacheinander hineingeben, zwischendrin immer Tara, zudrehen, schütteln, fertig.

Auch hier nutze ich wieder die kleinen 100ml Fläschchen für PG und VG, da ich aus diesen einfach besser zugießen kann als aus meinen Literflaschen.

Wer mit Trichtern arbeitet sollte immer etwas „von der Seite“ eingießen, damit Luft aus der Flasche entweichen kann, während eure Flüssigkeiten einfließen. Wer damit nicht zurechtkommt kann auch eine kleine Büroklammer zwischen Flasche und Trichter packen, dann hat man außen eine Öffnung für die entweichende Luft.

Nach Tropfen


Diese Methode werde ich hier nicht behandeln. Sie ist mir viel zu ungenau. Je nach Form eines Tropfers und ausgegossenem Material können Tropfen ein komplett verschiedenes Volumen haben. Daher kann ich das Mischen nach Tropfen absolut nicht empfehlen, außer in Ausnahmefällen bei der Zugabe von Zutaten, die wirklich nur in geringster Menge zugegeben werden. Dies werde ich dann aber in der Sektion für Profimischer behandeln. Der Ein-Aroma-Wald-und-Wiesenmischer wird höchstwahrscheinlich nicht mit solchen Aromen arbeiten.



=> Grundkurs Teil 2:

Mathe – wieviel wovon?
Anwendung von Liquidrechnern


Geplante Kapitel:

Fortgeschrittenenkurs:
Aromen testen
- Reifezeiten
- Einzelaromentests
- Tröpfler oder kein Tröpfler, das ist hier die Frage
Rezepte erstellen
- Kopfnoten und Basisnoten
- Verfahren beim Testen
- Vorstellung verschiedener Aromen für Basisnoten
- Vorstellung von „Enhancern“: Süßungsmittel, Säurungsmittel, Saline, Acetyl Pyrazine, TMS Wizard etc.

+++ Aktualisiert am 14.08.2017 von Kirsten +++
25.06.2017 16:07
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RaWe Offline
Pragmatiker
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Beitrag #2
RE: Die kleine Mischfibel – Methoden, Material, Mathe
Boah Robyn, echt gut gemacht und erklärt. Du erhälst meinen vollen Respekt dafür.
Ich verneige mich mal vor dieser Arbeit.
25.06.2017 16:55
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Tuxmuck Offline
10W Backendampfer
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Beitrag #3
RE: Die kleine Mischfibel – Methoden, Material, Mathe
Shakehands 42
25.06.2017 17:13
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BB1958 Offline
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Beitrag #4
Big Grin RE: Die kleine Mischfibel – Methoden, Material, Mathe
4460Knuddel2

Super Robinchen!!! Applaus für diesen tollen Grundkurs

LG BB
25.06.2017 17:37
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icholaf Offline
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Beitrag #5
RE: Die kleine Mischfibel – Methoden, Material, Mathe
Super gemacht........ 49
25.06.2017 17:51
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Chilli Vanilli Offline
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Beitrag #6
RE: Die kleine Mischfibel – Methoden, Material, Mathe
Total klasse!
Sehr ausführlich beschrieben, du hast dir ja eine Menge Arbeit gemacht!
Direkt abonniert, da schaue ich bestimmt noch mal vorbei!

LG!
25.06.2017 17:59
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usha Offline
traurig bin
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Beitrag #7
RE: Die kleine Mischfibel – Methoden, Material, Mathe
Okay, wenn alle hier schreiben, dann mach ich das auch. Das +1 schadet ja trotzdem nicht.
Ganz, ganz herzlichen Dank für deine Mühe.4442
Finde dein Engagement absolut prima.
25.06.2017 18:03
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SmokeyJoe Offline
Ostseedampfer
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Beitrag #8
RE: Die kleine Mischfibel – Methoden, Material, Mathe
Klasse geschrieben Robyn. Super
25.06.2017 18:16
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der_Dicke Offline
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Beitrag #9
RE: Die kleine Mischfibel – Methoden, Material, Mathe
Hallo zusammen.
Ich schliesse mich der Meinung an und sage "alle Daumen hoch" für diese tolle Arbeit.
Danke schön. 6060
25.06.2017 18:38
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Vaping Trudero Offline
Super Member
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Beitrag #10
RE: Die kleine Mischfibel – Methoden, Material, Mathe
Servus robinchen!

Da hast Du Dir ja mal eine Eins mit Sternchen verdient! Super
Wahnsinnige Arbeit gemacht damit, mir wären wohl die Finger abgefallen bei so einem langen TextLaugh

LG Tom
25.06.2017 18:47
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