Vorweg: es gibt nicht
DAS Polyethylenglykol (PEG).
Poly = viele --> also viele Ethylenglykolteile.
PEG ist ein Sammelbegriff für ein
Polymer. Polymer bedeutet: aus vielen gleichen Teilen aufgebaut.
Man kann es sich wie eine Kette aus Perlen vorstellen. Und je nach Kettenlänge hat PEG verschiedene
Eigenschaften. Je länger die Kette, desto dickflüssiger bis fest ist z.B. das PEG bei Zimmertemperatur.
Das PEG, das für uns interessant ist, heißt
PEG 400. Es hat eine recht kurze Kette und ist bei 20 Grad flüssig.
Gesundheitsteil
PEG wird in verschiedenen „Kettenlängen“ in Nahrungsmitteln, Kosmetika und Arzneimitteln verwendet.
Sehr häufig ist es PEG 4000, das wachsartig fest ist und als Grundlage für Cremes, Tabletten,
Suppositorien (die für hinten) uvm. dient.
Das kurzkettige PEG 400 findet sich in Tropfen, Injektionslösungen, künstlicher Tränenflüssigkeit,
Gelantinekapseln usw.
Über die Verwendung in Inhalationslösungen habe ich bisher nicht viel gefunden, aber es ist Bestandteil
mancher Nasensprays (Heuschnupfenmedikamente).
Pfitzer hat vor mehreren Jahren einen Insulin-Inhaler enwickelt, der als Trägerstoff PEG verwendet.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15139780
Hier eine Zusammenfassung einer Studie, die sich mit der Inhalation verschiedener Dosierungen PEG 300
bei Ratten befasst hat:
Zitat:Two-week aerosol inhalation study on polyethylene glycol (PEG) 300 in F-344 rats
Bushy Run Research Center, Union Carbide Corporation
PEGs in the 300 to 400 MW range are used in many pharmaceutical and cosmetic applications; they produce little ocular or dermal irritation and have extremely low acute and subchronic toxicity by oral and dermal routes of administration. However, little information exists on the potential of aerosols of these materials to produce adverse health effects. F-344 rats were exposed to aerosols of PEG 300 (20% w:w in water) at 0, 109, 567, or 1008 (highest attainable) mg/m3 for 6 hr/d, 5 d/wk for 2 wk. No exposure-related toxicity was found with regard to clinical signs, ophthalmology, serum chemistry, urinalysis, or gross pathology. Exposure-related effects included: a 50% increase in the neutrophil count (males only) at 1008 mg/m3; decreased body weight gain (16%) for both the 567 and 1008 mg/m3 groups (males only); absolute lung weights of both sexes were increased 10 and 18% for the 567 and 1008 mg/m3 groups, respectively. A slight increase in the number of macrophages in the alveoli was the only change observed histologically in all PEG 300-exposed groups. Therefore, inhalation of aerosols of PEG 300 at concentrations up to 1008 mg/m3 produced relatively little toxicity in rats, the lung was the target organ, and the no-observable-effect-level was between 109 to 567 mg/m3.
Es ist dem von Marlboro-Man geposteten Abstract recht ähnlich und kommt auch zu ähnlichen Ergebnissen:
Nach 2 Wochen:
- geringe Reizung in den Augen und auf der Haut
- extrem niedrige akute und chronische Toxizität bei oraler und dermaler Aufnahme
- es gibt nur wenig Information über die Inhalation
- die dem Aerosol ausgesetzten Ratten zeigten keine klinischen Veränderungen bei der Serumchemie, Urinanalyse oder Pathologie.
- Im Blutbild zeigte sich (nur bei den Männchen) ein Anstieg der neutrophilen Granulozyten (weiße Blutkörperchen)
- bei 16% der Tiere verringerte sich das Körpergewicht.
- der einzige histologische Befund war ein leichter Anstieg der Makrophagenzahl (Abwehrzellen) in den Alveolen (Lungenbläschen).
Bei oraler Aufnahme und Verwendung von Salben wird von verschiedenen Quellen darauf hingewiesen,
dass PEG schon bestehende Nierenerkrankungen verschlimmern kann.
Die flüssigen PEG sind hygroskopisch. Das kann zu Trockenheit der Schleimhäute führen.
Wikipedia schrieb:… die Darmwand bzw. die Haut wird durchlässiger für Wirkstoffe, aber ebenso für Gifte, die somit leichter in den
Körper eindringen können.
http://de.wikipedia.org/wiki/Polyethylenglykol
Wie macht PEG das?
Eine Möglichkeit ist die Pegylierung, ein spezielles Verfahren, bei dem der Wirkstoff an das PEG-Molekül
gekoppelt wird, dadurch besser eindringen kann und länger im Körper verbleibt. Das kann aber nicht von allein
passieren und ist für uns nicht relevant.
Außerdem aber macht das PEG die Zellmembranen durchlässiger.
Das ist der Punkt, über den ich stolpere. Ist gewährleistet, dass in den Liquids wirklich nur unbedenkliche
Inhaltsstoffe enthalten sind? Werden die Membranen auf Dauer geschädigt?
Dampferteil
PEG 400 ist bei 20°C flüssig.
Die
Viskosität ist aber fast dreimal so hoch wie beim Propylenglykol (PG):
Viskosität PG = 46 mPa s bei 20°C
Viskosität PEG= 140 mPa s bei 20°C
Es ist also dickflüssiger. Die Frage ist: Wie hoch ist der PEG-Anteil im Liquid und wie wirkt sich das auf die
Verdampfer und den Liquidfluss aus?
Der
Schmelzpunkt liegt bei 4 - 8 °C. Bei Lagerung im Kühlschrank wird es mindestens zähflüssig.
Dieser Zustand ist umkehrbar bei Erwärmung auf Zimmertemperatur.
Draußen Dampfen im Winter könnte aber ein Problem sein.
Bei Temperaturen über 150 °C tritt eine
thermische Zersetzung ein.
Die Zersetzungsprodukte sind CO, CO2 und Wasser.
http://www.jtbaker.com/msds/englishhtml/p5029.htm
Interessant finde ich die
Geschmacksbeschreibung: dezent bitter.
http://www.gifte.de/Antidote/peg_400.htm
Manchmal geht mir der süßliche Grundgeschmack vom PG ziemlich auf den Keks. Damit würden sich neue
Geschmacksmöglichkeiten bieten -
wenn die Unbedenklichkeit bestätigt werden kann.